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Hallo liebe Leser/innen,
mein Name ist Pia Schmidt. Ich bin 18 Jahre alt und besuche die 12. Klasse der Fachoberschule für Sozialwesen an unserem BBZ.
Neben der Schule ist Karate ein ganz großer Teil in meinem Leben. Vier Mal die Woche stehe ich in der Halle und trainiere. Wenn Wettkämpfe anstehen, auch öfter.
Nun möchte ich euch erzählen, wie ich zu dieser Sportart gekommen bin. Als ich acht Jahre alt war, wurde ein Junge aus meiner Schule auf dem Schulweg in den angrenzenden Wald gezogen und dort vergewaltigt. Nach diesem Vorfall beschloss meine Mutter, dass ich einen Kampfsport erlernen sollte, damit ich mich wehren könnte, wenn mir so etwas passieren würde. Und so kam ich zum Karate. Ich mache jetzt also schon zehn Jahre diesen Sport.
Im Karate gibt es verschieden farbige Gürtel. Sie sind nach einer bestimmten Reihenfolge geordnet: weiß, gelb, orange, grün, 2x blau, 3x braun und 9x schwarz. Man kann also sagen, je dunkler der Gürtel eines Athleten, desto besser ist er. Um diese Gürtel zu bekommen, muss man eine so genannte Gürtelprüfung bestehen. Der Prüfungsinhalt ist genau festgelegt. Ich habe momentan den 3. braunen Gürtel und werde im Sommer 2008 die Prüfung für den schwarzen Gürtel absolvieren.
Als ich mit Karate anfing, fand ich es zunächst sehr langweilig, da man erst alle Techniken erlernen muss, um später darauf aufzubauen. Mit dem grünen Gürtel fing ich an, den Wettkampfsport für mich zu entdecken.
Es gibt zwei verschiedene Disziplinen.
Zum einen Kata, das ist eine festgelegte Form eines Kampfes gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner.
Zum anderen Kumite , das ist der freie Kampf gegen einen Gegner, der jedoch nicht getroffen werden darf. Die Kunst dieses Kämpfen ist also, im Gegensatz zum Boxen, seine Technik so nah vor dem Gegner abzustoppen, dass man zwar nah dran ist, ihn jedoch nicht trifft.
Ich habe zuerst mit Kata begonnen. Mit der Zeit merkte ich jedoch, dass ich mich mehr für Kumite interessiere. Als ich dann auf den Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2003 den 2. Platz im Kumite belegte, wurde ich in den Landeskader Rheinland – Pfalz aufgenommen.
Mit dem Kader bin ich schon oft auf nationale wie internationale Turniere gefahren. So war ich zum Beispiel schon in Dresden, Erfurt, Schwerin… oder im Ungarn oder in den Niederlanden.
Mein Erfolge zurzeit sind:
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2003: 2. Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2004: 2. Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2005: 1. Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2005: 2. Platz Kata Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2006: 3.Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2007: 1.Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2007: 2. Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften 2007: 2. Platz Kumite Einzeln
Rheinland – Pfalz – Meisterschaften2007: 3. Platz Kumite Einzeln
Südwest – Deutsche – Meisterschaften 2007: 2. Platz Kumite Einzeln
Gojo – Ryu – Cup 2004: 3. Platz Kumite Team
Shotokan – Cup 2004: 3. Platz Kata Einzeln
Turnier in Japan 2004: 1. Platz Kata Einzeln
East – Open 2004: 3. Platz Kumite Team
Pfälzer Jugencup 2004: 1. Platz Kumite Einzeln
Pfälzer Jugend – Cup 2006: 3. Platz Kumite Einzeln
Pfälzer Jungend- Cup 2006: 3. PlatzKumite Team
2004 konnte ich an einer zweiwöchigen Reise nach Japan teilnehmen. Dies ist eines der größten Erlebnisse, das ich bis jetzt hatte.
Wir flogen in den Sommerferien 16 Stunden nach Osaka. Von dort aus ging es weiter nach Fukujama, in die Stadt, in der wir die nächsten zwei Wochen wohnen sollten. Um die Kultur und den Lebensstil der Japaner besser kennen zu lernen, wohnten wir nicht in einem Hotel, sondern bei Gastfamilien.
Meine beste Freundin und ich hatten eigentlich sehr großes Glück mit unserer Gastfamilie. Obwohl sie weder Deutsch noch Englisch und wir kein Japanisch sprechen konnten, haben wir uns doch irgendwie verstanden. Sie unternahmen mit uns viele Ausflüge. Zum Beispiel besuchten wir Kyoto, die frühere Hauptstadt Japans. In dieser Stadt sahen wir uns die größte Buddha Statue der Welt an. Ein anderes Mal fuhren wir nach Hiroshima und sahen und dort die Bruchstücke der Gebäude an, die im Zweiten Weltkrieg durch eine Atombombe zerstört wurden.
Gegen Ende nahmen wir noch an einem Turnier teil, bei dem ich den 1. Platz belegte. Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten schon bald wieder nach Hause. Das war eine schöne Zeit.
Seit September 2007 habe ich eine Trainerausbildung angefangen, die ich schon bald beenden werde. Außerdem trainiere ich seit kurzem meine eigene Kindergruppe.
Abschließend kann ich sagen, dass ich einen Sport für mich gefunden habe, der mir so viel Spaß bereitet, dass ich bereit bin, meine ganze freie Zeit dafür zu verwenden. Es ist nicht die Fitness, die man durch ihn bekommt, sondern auch das Selbstbewusstsein, die Selbstwahrnehmung und den Spaß. Ich werde diesen Sport sicher noch lange machen.
Liebe Grüße Pia |
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