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Lernen mit Podcasts am BBZ St. Ingbert
Wettbewerbsbeitrag zum SALU Award 2011


Medien sind in der modernen Bildung ein wichtiges Element zur Individualisierung des Lernens und zur Anpassung des Lernprozesses an die unterschiedlichen Lerngewohnheiten und Lernstrategien der Lerner. Weiterhin ermöglichen Medien den individuellen Abbau von Defiziten und den selbstgesteuerten Aufbau von Kompetenzen. Der Vorteil computerunterstützter Medien gegenüber dem klassischen Medium Buch ist die leichtere Erweiterbarkeit und die Möglichkeit, Medien zielgerichtet für einzelne Lerner bereitzustellen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil, ist die Tatsache, dass der Lerner vom Unterricht unabhängiger wird. Er bestimmt, wann er was lernt. Bei Versäumnissen im Unterricht kann der Lerner sein Defizit autonom ausgleichen.
Am BBZ St. Ingbert werden moderne Medien bereits seit vielen Jahren im Unterricht und zum individuellen Lernen eingesetzt. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Klassenräume mit Personal Computern und Beamern ausgestattet, die über ein Intranet von jedem Klassenraum aus den Zugriff auf zentral abgelegte Medien bzw. Dateien erlauben. Von allen PCs ist ein Zugriff auf das Internet mit seinen Ressourcen möglich.

Die meisten Lehrer und Schüler nutzen mittlerweile die Internetplattform „moodle“, um Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen. In den Fächern BWL, Informatik, Geschichte, Mathematik und Deutsch stehen den Schülern Übungen zur Verfügung, mit denen sie sich den Lernstoff aneignen und ihr Wissen vertiefen können. Blogs und Wikis fördern die Kommunikation zwischen den Schülern und Lehrern und Schülern, sie ermöglichen kooperative Formen des Lernens.
Als ein besonderes Desiderat stellte sich die Nachfrage nach Medien heraus, mit denen sich die Berufsschüler aus dem neu geschaffenen Berufsbild Berufskraftfahrer auf ihre Abschlussprüfung in den Fächern Wirtschafts- und Sozialkunde vorbereiten können.
Aufgrund langer Pausenzeiten z. B. im Linienfahrdienst kommt es häufig vor, dass die bereits erwachsenen Lerner erst spät nach Hause kommen und dann nur noch wenig Zeit zur individuellen Nachbereitung des Unterrichts zur Verfügung haben.
Hinzu kommt, dass einige dieser Lerner mit einem buchgestützten Lernen Misserfolgserlebnisse verbinden und deshalb ein auditives Lernen bevorzugen. Für diese Lernergruppe entstand in Kooperation von Fachkollegen ein Lernprogramm, das sich wesentlich an Schwerpunkten der Abschlussprüfungen orientiert. Die Texte wurden als mp3-Sounddateien auf dem Server des BBZ gespeichert, von wo sie von allen Schülern downgeloaded werden können.
Zur Ausstattung moderner Busse und LKWs gehören mittlerweile Radios mit CD-Player oder Anschlussmöglichkeiten für einen USB Stick, so dass die Lerner an ihrem Arbeitsplatz Leerzeiten nutzen können, um sich neues Wissen anzueignen oder um vorhandenes Wissen aufzufrischen.
Wartezeiten vor dem Beladen und Abladen werden so zu Lernzeiten, sie schaffen individuell Freiräume und ermöglichen so eine bessere Kombination von Freizeit und Arbeitszeit im Sinne einer besseren work-life-balance.
Hinzu kommt, dass viele Personen dieser Zielgruppe bereits in einer festen Beziehung leben. Die langen Abwesenheitszeiten von Zuhause stellen für die Partner bzw. PartnerInnen oft schon eine Belastung dar. Wenn diese für Gemeinsamkeiten zur Verfügung stehende Zeit noch zusätzlich durch Lernzeiten beschnitten wird, kommt zu der bestehenden Belastung noch eine weitere hinzu. -Die überdurchschnittliche Trennungsrate bei Berufskraftfahrern ist ein deutlicher Hinweis auf diesen Sachverhalt.- Die Möglichkeit, das Lernen in Zeiten zu verlegen, die nicht zu einer Belastung der Beziehung führt, ist ein entscheidender Vorteil für das neue System.
Das neue Medium ist noch „unbelastet“. So wie die Lerner bereit sind, Radiobeiträge oder Kommentare aus dem Radio aufzunehmen und zur Unterhaltung oder Information zu nutzen, so stehen sie auch diesen Podcasts offen gegenüber. Diese Aufgeschlossenheit dem neuen Medium gegenüber gilt es zu nutzen.
Das Handy mit Internetzugang kann ebenfalls als Lernmedium genutzt werden, dieses Medium steht den Lernern ortsunabhängig zur Verfügung, es ist jederzeit verfügbar.
Die Ausrichtung an prüfungsrelevantem Wissen steigert die Akzeptanz für diese Lernform. Die Lerner wissen, dass sie das, was ihnen hier geboten wird, konkret für ihre bevorstehende Prüfung benötigen. Entsprechend groß ist ihre Bereitschaft, sich mit diesen Informationen auseinanderzusetzen.
Das Programm ist modular aufgebaut und kann entsprechend erweitert werden. Die ersten zehn Lektionen haben folgende Schwerpunkte zum Inhalt:
Grundlagen der Wirtschaft
Arten von Gütern
Der Betrieb: Grundfunktionen, Kennzahlen
Zahlungsmittel
Ausbildungsvertrag und Arbeitsvertrag
Steuern und Abgaben
Soziale Sicherung und Sozialgesetzgebung
Betriebsverfassungsgesetz und Betriebsrat
Tarifpartner und Tarifvertrag
Kündigungsschutz
Gerichtswesen
Die aktuell verfügbaren Podcasts sind unter

www.bbz-igb.de/schuelerbereich/podcasts/beduerfnisse.mp3
www.bbz-igb.de/schuelerbereich/podcasts/geld.mp3
www.bbz-igb.de/schuelerbereich/podcasts/gerichte.mp3
www.bbz-igb.de/schuelerbereich/podcasts/steuern.mp3

abgelegt. Über die Homepage der Schule wird von der Startseite aus unter dem Punkt „Links“ auf die Indexseite verwiesen.
Die ersten Lektionen sind hochgeladen und werden von den Lernern bereits genutzt. Die Module werden in den nächsten Monaten systematisch erweitert. Durch die sukzessive Freischaltung der Module wird der Gefahr begegnet, dass die Lerner nur einmal die Module anhören. Da jeden Monat ein neues Modul erscheint, wird ein kontinuierlicher Lernprozess angeregt. Die geschriebenen Texte zu den Modulen können aus moodle downgeloaded werden. Zur Optimierung des Lernprozesses wird ein Blog auf moodle eingerichtet. In diesem Blog können die Lerner miteinander Erfahrungen austauschen und kooperieren. Das Lehrpersonal kann aus den dort gestellten Fragen und Diskussionsbeiträgen wichtige Rückschlüsse zur Optimierung der Einheiten ziehen.
Positive Rückmeldungen von den Lernern bestätigen die in das Medium gesetzten Hoffnungen. Eine Erweiterung auf andere Inhalte und Fächer ist deshalb angedacht.




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