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Anneliese Knoop-Graf

Februar 2005

Zeitzeugin an der Willi-Graf-Schule

Auf den Tag genau, nämlich 62 Jahre nach ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten, besuchte die Schwester von Willi-Graf, Anneliese Knoop-Graf, am 18. Februar das Berufsbildungszentrum St. Ingbert, das nach ihrem Bruder benannt ist. Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsbewegung Weiße Rose verhaftet, als sie Flugblätter gegen das nationalsozialistische Terrorregime an der Münchener Universität verteilten. Am gleichen Abend wurden Willi Graf, ebenfalls Mitglied der Weißen Rose, sowie seine Schwester Anneliese von der Gestapo festgenommen.
Willi Graf und die Mitglieder der Weißen Rose wurden in Schauprozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Anneliese Graf wurde nach viermonatiger Haft und zahlreichen Verhören freigelassen, da ihr eine Beteiligung nicht nachgewiesen werden konnte.

Anneliese Knoop-Graf und Gisbert Groh Der Schulleiter der Willi-Graf-Schule St. Ingbert, Gisbert Groh, und die Schwester des Namensgebers der Schule Anneliese Knoop-Graf. Im Hintergrund ein Bild des 1943 hingerichteten Willi Graf.

Schulleiter Gisbert Groh konnte zu der Veranstaltung, die er auch als Zeichen gegen den aufkeimenden Rechtsradikalismus wertete, 60 Schüler der Klassenstufe 11des Beruflichen Gymnasiums sowie eine Klasse des Willi-Graf-Gymnasiums Saarbrücken am BBZ begrüßen. Seine Ankündigung, dass niemand kompetenter und eindringlicher Einblicke in das Leben des Namensgebers der Schule geben kann, als seine einzige noch lebende Schwester, stellte der 84-jährige Gast eindrucksvoll unter Beweis. In ihrem Vortrag berichtete Frau Knoop-Graf sehr einfühlsam von den damaligen Begebenheiten, ihren Gefühlen und denen ihres Bruders. Sie zitierte aus den Briefen, die Willi Graf ihr aus der Haft vor seiner Hinrichtung geschrieben hatte, und verwies auf as Vermächtnis des Bruders an die jüngere Schwester, "der Nachwelt von seinem Schicksal zu berichten, damit den Menschen der nachfolgenden Generationen solche Erfahrungen erspart bleiben und sie in Freiheit ohne Unterdrückung und Missachtung der Menschenwürde leben können". In der anschließenden Diskussion von den Schülern auf das Wiedererstarken des Rechtsextremismus in Deutschland angesprochen, sagte sie: „Ich habe nicht erwartet, so etwas in meinem Leben noch einmal erleben zu müssen!“


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