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Nachdem im vergangenen Jahr der erste Schüleraustausch der Willi-Graf-Schule, Berufsbildungszentrum St. Ingbert mit dem Centre de Formation d’Apprentis Pont-Sainte-Marie in Troyes mit zwölf Auszubildenden des Kfz-Handwerks auf positive Resonanz seitens der Auszubildenden und der beteiligten Betriebe gestoßen war, wurde in diesem Jahr der Schüleraustausch erweitert und Auszubildende des Friseur-Handwerks ebenfalls beteiligt. So machten sich im März zwölf Auszubildende aus St. Ingbert – acht angehende Kfz-Mechaniker/ -Mechatroniker, darunter eine weibliche Auszubildende, und vier Friseur-Azubis – auf den Weg nach Troyes in der Champagne, um dort für drei Wochen an der französischen Ausbildung in ihrem Handwerk teilzunehmen. In der ersten Woche stand neben dem Unterricht in französischer Sprache auch das Kennenlernen von Land und Leuten auf dem Ausbildungsplan. So wurden u.a. neben einem Champagnerkeller auch eine Reifenfabrik besichtigt und ein Tag im nahe gelegenen Paris verbracht. In der zweiten und dritten Woche arbeiteten die Auszubildenden im Betrieb ihres französischen Austauschpartners. Anfängliche Bedenken, dass es Probleme auf Grund der Sprachbarriere geben könnte, wurden schnell zerstreut. Im Unterricht war ein Dolmetscher zugegen, der die spezifischen Ausdrücke und Fachbegriffe übersetzen konnte. Auch in den Betrieben erwies sich diese Befürchtung als unbegründet, denn Fachleute unter sich können auch ohne viele Worte miteinander kommunizieren. Ziel des Austausches, der vom Deutsch-Französischen Sekretariat finanziert wird, ist es, die Art der Berufsausbildung und natürlich auch die tägliche Arbeit im jeweils anderen Land kennen zu lernen. Steffi Wolf (Friseurin): „Der Unterricht in Frankreich geht zwar von morgens acht Uhr bis nachmittags 17 Uhr, es wird aber weniger vermittelt als bei uns, wo der Unterricht um 12.30 Uhr endet. In Frankreich geht’s im Unterricht viel langsamer, es ist viel Leerlauf dazwischen. Bei uns ist alles viel komprimierter und man lernt viel mehr. Außerdem müssen wir in Deutschland nachmittags nach der Schule noch in unseren Salon zum Arbeiten.“ Außerdem wunderten sich die Friseure darüber, dass beim Umgang mit gesundheitsschädlichen Haarchemikalien keine Schutzhandschuhe getragen werden. In Deutschland ist das selbstverständlich. Den Kfz-Mechanikern/ -Mechatronikern erging es ähnlich. Frank Kraller: „Als ich zum Schleifen nach einer Schutzbrille fragte, haben die mich total entgeistert angesehen. Nach langem Suchen fand man dann endlich irgendwo eine uralte Schutzbrille.“ An Stelle des in Deutschland häufig praktizierten einfachen Auswechselns defekter Bauteile tritt in Frankreich oftmals eine Instandsetzung, so dass an die handwerklichen Fähigkeiten der Mechaniker höhere Anforderungen gestellt werden. Gleichzeitig ist die Qualität der abgelieferten Arbeit geringer als in Deutschland, so das Resümee der Azubis. Ende April nun begann der Gegenbesuch der französischen Auszubildenden in St. Ingbert. In der ersten Woche besuchten die französischen Auszubildenden den Unterricht an der Willi-Graf-Schule St. Ingbert und bei der Kfz- und Friseur-Innung. Als Rahmenprogramm besichtigten die Kfz-Azubis die FORD-Werke in Saarlouis und die Friseure die Firma Wella in Darmstadt. Außerdem gab es u.a. eine Mai-Tour mit Grillen, Kartfahren, ein Besuch der Sommer-Rodelbahn in Braunshausen, Stadtbesichtigung in Saarbrücken, Trier, Luxemburg. Natürlich stand auch das saarländische Nachtleben auf dem Programm. Schulleiter Gisbert Groh: „Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Betrieben, die bereit waren, ihren Azubi für drei Wochen freizustellen und anschließend einen französischen Auszubildenden für zwei Wochen aufzunehmen. Stellvertretend für alle möchte ich mich bei den Firmen ‚Saar-Pfalz-Garage’ und ‚Nico Rubeck’ bedanken, die uns zusätzlich durch die Bereitstellung von Kleinbussen unterstützt haben. Nach den wiederum positiven Erfahrungen in diesem Jahr haben wir den Schüleraustausch für nächstes Jahr schon terminiert: Unsere Azubis werden im Mai nach Frankreich reisen, der Gegenbesuch findet dann im September statt.“ |
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