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Gelebte Kooperation


Gelebte Kooperation: Lehreraustausch zwischen BBZ St. Ingbert und ERS Mandelbachtal

„Man kann viel lernen, wenn man über sein enges Arbeitsfeld hinaus blickt,“ so die gemeinsame Überzeugung von Jürgen Zinke und Armin Graul, die jetzt seit acht Monaten gleichzeitig an der Erweiterten Realschule Mandelbachtal und dem Berufsbildungszentrum (BBZ) St. Ingbert unterrichten. Seit Jahren arbeiten die beiden Schulen schon intensiv zusammen, zahlreiche Schüler aus dem Mandelbachtal setzen auf das BBZ St. Ingbert mit seinem vielfältigen Angebot an weiterführenden Schulen. Während sich die einen an dem beruflichen Gymnasium für Technik schwerpunktmäßig auf eine naturwissenschaftliche Karriere vorbereiten, wählen andere den Zweig Wirtschaft. Die Fachoberschulen für Technik, Sozialwesen oder Wirtschaft am BBZ St. Ingbert ermöglichen ein Studium an jeder der 232 Fachhochschulen Deutschlands oder bieten exzellente Startchancen für eine nichtakademische Ausbildung. Die Handelsschulen, Soziapflegeschulen, Gewerbeschulen oder das Berufsgrundbildungsjahr bieten Chancen, wichtige Grundlagen für die Fachoberschulen oder den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. „Aber nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen kann. Im Sinne eines ständigen Verbesserungsprozesses, wie er durch das Qualitätsmanagement beider Schulen gefordert wird, ist es jetzt unser Bestreben, die Schnittstelle zwischen den beiden Schulen genauer unter die Lupe zu nehmen. So können wir die jungen Leuten dabei unterstützen, sich schneller zurechtzufinden und somit zu noch besseren schulischen Abschlüssen zu gelangen“ beschrieb Schulleiterin Hildegard Buhmann-Högel ihre Zielsetzungen für das gemeinsame Gespräch der Schulleitungen beider Schulen mit den Lehrern, die zurzeit in einem Austausch an den beiden Schulen unterrichten. „Nachdem ich jetzt hier in Ommersheim unterrichtet habe, kenne ich viel genauer die Voraussetzungen, auf denen ich aufbauen kann. Zwar hatte ich schon vorher den Lehrplan der Hauptschule bei meiner Vorbereitung berücksichtigt, aber es ist nicht dasselbe, ob man den Lehrplan nur liest oder selbst einmal umgesetzt hat,“ umschreibt Herr Graul vom BBZ seine Erfahrung nach den acht Monaten. Und Herr Zinke von der ERS ergänzt: „Und für mich war es sehr wichtig, zu sehen, was genau auf unsere Schüler zukommt, wenn sie ans BBZ wechseln; ich kann sie jetzt noch punktgenauer auf den doch anspruchsvollen Unterricht am BBZ vorbereiten.“ „In der Zukunft werden die Schüler so schneller und leichter den Einstieg am BBZ finden und von der Zeit dort noch mehr profitieren. Nicht zu verkennen ist auch die Tatsache, dass die Schüler an ihrer ERS bereits mit Herrn Graul einen Ansprechpartner vom BBZ haben. Diejenigen Schüler, die bereits an das BBZ gewechselt sind, finden in Herrn Zinke einen ihrer ehemaligen Lehrer als Ansprechpartner und Vertrauensperson“ stellt Gisbert Groh, Schulleiter des BBZ, fest. „Unsere Wirtschaft braucht motivierte, leistungsbereite junge Menschen, damit wir den Wandel hin zu einer Gesellschaft schaffen, in der weniger junge Menschen und mehr alte zusammen leben werden. Deshalb darf die Hauptschule keine Sackgasse werden, sondern muss Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder Weiterbildungschancen, z.B. an einer beruflichen Schule, eröffnen“. Mit dieser Zusammenarbeit der beiden Schulen tragen wir zu einer gegenseitigen Optimierung unserer Abläufe bei, zog Heinz-Jürgen Schäfer, stellvertretender Schulleiter des BBZ, die Konsequenz aus der Unterredung. Wegen der positiven Erfahrungen werde man den Lehreraustausch fortsetzen und nach Möglichkeit noch erweitern. Eine bessere Kommunikation unter den Kollegen und eine bessere Abstimmung der Lehrpläne seien wichtige Faktoren für den erfolgreichen Wechsel von einer Erweiterten Realschule an ein BBZ, so das gemeinsam festgestellte Ergebnis der Sitzung. Die Schulleitungen dankten den beiden Lehrern für ihr großes Engagement und für ihre Bereitschaft, gewohnte Pfade zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren, was für beide mit hohem Aufwand verbunden ist. Sie wünschten sich für das kommende Schuljahr, dass noch weitere Lehrerinnen oder Lehrer die Chance für einen Blick über den Tellerrand der eigenen Schule nutzen. Im Anschluss an die Besprechung informierten Schulleiter Groh und der stellvertretende Schulleiter Schäfer aus erster Hand auf einer Elternversammlung an der Erweiterten Realschule Mandelbachtal über die verschiedenen Bildungswege am BBZ. St. Ingbert. „Ich hatte vor dieser Veranstaltung keine Ahnung, wie viele Möglichkeiten ein BBZ für die Abgänger der Erweiterten Realschule bereithalten. Ich finde es gut, dass unser Schulsystem so viele Möglichkeiten für junge Menschen vorsieht,“ kommentierte eine Mutter ihren Eindruck nach der Veranstaltung.

(Joachim Frenzel-Paal)


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