|
Berufliche Zukunft im Ausland
Industrie- und Handelskammer will mit Europawoche Wege über die Grenze zeigen.
Angesichts der immer stärker werdenden wirtschaftlichen Vernetzung will die Industrie- und Handelskammer mit einer Europawoche Schülern, Auszubildenden und Studenten Wege in den Beruf aufzeigen, die abseits der nationalen Gebundenheit liegen. Referate von Fachleuten dazu finden auch am BBZ St. Ingbert statt.
VON SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf
St. Ingbert. Das Ausland als Chance für Beruf und Ausbildung - auch unter diesem Leitmotto und im Zeichen einer immer stärker werdenden wirtschaftlichen Vernetzung und Globalisierung veranstaltet die Industrie- und Handelskammer seit dem vergangenen Montag ihre Europawoche. In einer ganzen Reihe von Vorträgen will die Kammer saarlandweit Schülern, Auszubildenden und Studenten Wege in den Beruf aufzeigen, die abseits der nationalen Gebundenheit liegen. Am vergangenen Freitag informierte der kaufmännische Leiter des St. Ingberter Stahl-Blechbau-Spezialisten Herges, Wolfgang Herges, vor Schülern der elften Klasse des Wirtschaftsgymnasiums am Berufsbildungszentrum St. Ingbert über seine Erfahrungen im europäischen Wirtschaftsraum. Herges zeichnete dabei ein Bild voller Chancen und Risiken, geprägt von den Fragen zu Lohnnebenkosten, neuen Wirtschaftsräumen und neuer Konkurrenz, vornehmlich angesiedelt in den neuen osteuropäischen Staaten wie Polen, Tschechien und der Slowakei. Als immer noch geltenden Wettbewerbsvorteil für Deutschland nannte Herges das nach wie vor gültige Qualitätssiegel Made in Germany. „Deutschland punktet vor allem hinsichtlich der Hochwertigkeit der erstellten Güter." Dies sei auch begründet in der hochwertigen Ausbildung des dualen Systems. Herges mahnte aber gerade mit Blick auf Ausbildung und Studium vor allem eines an. „Mit dem Ende der Schulzeit hier endet das Lernen nicht. Das geht ein Leben lang weiter. Zumindest dann, wenn man nicht als Hilfsarbeiter arbeiten will." Wolfgang Herges beleuchtetet auch die verstärkte Konkurrenzsituation für deutsche Unternehmen - und dies über den Tellerrand Europas hinaus. Hier nannte er vor allem China als größte Herausforderung, wenn es um das leidliche Thema des Kopierens von Produkten geht. „Teilweise ist es sogar so, dass ganze Firmen, und damit auch die Produktionsabläufe, einfach nachgebaut werden." Für die Schüler selbst ist Europa hinsichtlich ihres weiteren beruflichen Werdegangs ein relevantes Thema. Nicht wenige kalkulieren ein Auslandsstudium ein, wenn das Abitur erst mal geschafft ist. „Ich könnte mir vorstellen, in England zu studieren", blickte Lena Martin ein bisschen in ihre Zukunft. Und auch Tischnachbarin Christine Feibel schloss in der Diskussion mit Wolfgang Herges das Ausland als Studienort nicht aus, für sie kommt auch Frankreich als Sprungbrett in die berufliche Zukunft in Frage.
Im Internet: www.saarland.ihk.de |
|