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Schule einmal anders. Vortrag in englischer Sprache
Für die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule war es schon etwas Besonderes, einen Vortrag zur Entwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft zu hören, und dies ausschließlich in englischer Sprache. Wie es zu dieser interessanten Veranstaltung kam, konnte der Schulleiter des BBZ, Herr Gisbert Groh, darlegen: Das Vorstandsmitglied des Schulvereins, Herr Walter Grandmontagne, hatte darauf hingewiesen, dass das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt für Schulen Vorträge in englischer Sprache anbietet. Nach einer einzigen telefonischen Anfrage beim Deutsch-Amerikanischen Institut in Saarbrücken hatte Herr David Zach völlig unbürokratisch und ohne Formalitäten den Vortrag zugesagt und den "Political Officer" der Vereinigten Staaten von Amerika, Herrn Jared S. Pendleton, an das Berufsbildungszentrum St. Ingbert vermittelt.
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Der Referent, der seit sechs Monaten in Deutschland lebt, hält Vorträge an Schulen, um das bestehende Bild der Vereinigten Staaten von Amerika ins rechte Licht zu rücken. Zu Beginn seiner Ausführungen wies Pendleton darauf hin, dass die Freundschaft zwischen den beiden Ländern viel intensiver sei, als das in den Medien dargestellt wird. Er belegte dies mit der Entwicklung der deutsch-amerikanischen Beziehungen seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Die ´Speech of hope´ von 1946, die Luftbrücke zur Zeit des Kalten Kriegs oder die Rede von J. F. K. ("Ich bin ein Berliner!“) führte er als immer noch gegenwärtige Beispiele für eine meist kooperative und gemeinsame Vergangenheit an. Daraus folgerte er eine hoffnungsvolle Zukunft, auch wenn diese, wie so oft in guten Freundschaften, gelegentliche Meinungsverschiedenheiten aufweisen wird.
Die von Schülerseite an Mr. Pendleton gestellten Fragen bezogen sich allerdings auf die Gegenwart: „Was halten Sie von den lockeren Waffengesetzen in Amerika?“, „Warum setzt sich das amerikanische Militär im Zweifelsfall sogar über die NATO hinweg?“, "Welche Hilfen leisten die USA in Afrika?".
Selbstverständlich waren auch der Irakkrieg, die Misshandlungen der amerikanischen Gefangenen und die eigenwillige Politik von Georg W. Bush Themen der Debatte. Verwundert schien der Referent über die Frage einer Schülerin zu sein, ob er denn mit der Politik von Bush übereinstimme. Ohne zu zögern antwortete er mit vielsagender Miene: „ Diesbezüglich bin ich sehr gespalten: In erster Linie bin ich Angestellter des Konsulats und somit auch Repräsentant des Präsidenten. Auf der anderen Seite bin ich jedoch eine Privatperson mit der Möglichkeit, bei Neuwahlen meine Meinung zu äußern."
Nach dem Vortrag zeigten sich viele Schüler überrascht darüber, dass Herr Pendleton sich so locker gab und trotz seiner schnellen Sprechweise leicht zu verstehen war. So meinte etwa Florian B., dass er nahezu 90% des Vortrages verstanden habe. Magdalena K. ergänzte, dass Pendleton erreicht habe, das ursprüngliche Klischee von Amerika - zumindest leicht - verändert zu haben. Andere Schüler wie z. B. Tobias M. und Alexander B. kritisierten, dass Pendleton einigen Fragen aus dem Weg gegangen sei. Für die Schüler war der Vortrag über die deutsch-amerikanischen Beziehungen insgesamt als Erfolg zu werten. Das Thema hat erneut an Interesse gewonnen, bei Schülern und Lehrern gleichermaßen. "Der Beginn jeder guten Beziehung liegt darin, dass man sich schon im Kleinen damit beschäftigt."
(Julia Kliver - Berufliches Gymnasium am BBZ St. Ingbert)
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